Mate-Tee

Brasilien ist das größte Land Südamerikas, das fünftgrößte der Welt und nimmt Rang 6 in der Weltbevölkerung ein. 7.400 km Atlantikküste säumen den Nord- und Südosten Brasiliens. Landeinwärts grenzt es an nahezu alle südamerikanischen Staaten.

So ist es nicht verwunderlich, dass das dortige Nationalgetränk, der Mate–Tee, aus dem Leben brasilianischer, argentinischer, uruguayischer und paraguayischer Gauchos nicht mehr wegzudenken ist.

Mate Pflanze Um Kraft zu tanken, greifen die Südamerikaner auf uralte indianische Sitten zurück und bedienen sich den Zeremonien des Mate. Mate–Tee kann man nicht in Eile trinken. Bei seinem Genuss kehren Ruhe und Beschaulichkeit ein.

Mate–Tee klingt für viele Europäer noch fremd. Andere haben ihn vielleicht gerade neu für sich entdeckt. Dabei hat der grünliche Aufguss aus den Blättern der Stechpalme (ilex paraguensis St. Hil) in anderen Regionen der Erde schon eine sehr lange Tradition.

In Südamerika steht der Mate–Tee noch vor dem Kaffee ganz oben auf der Getränkeliste. Mate ist selbst ein hervorragender Lieferant des aufputschenden Koffeins und dabei wesentlich verträglicher als Kaffee. Dazu enthält Mate noch viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Wie in frühester Zeit wird Mate auch heute noch von den südamerikanischen Arbeitern als »Zaubertrank« gegen körperliche und geistige Ermüdung, Hitze und Hunger benutzt.

Mate stammt ursprünglich von dem Wort »mati«. Damit wurde allerdings nicht die Pflanze oder ihre Blätter selber bezeichnet. Mati nannten die Ureinwohner Südamerikas ein kürbisartiges Gefäß. Daraus tranken sie fein zerstampfte Blätter (yerba) eines immergrünen Baumes, die sie mit heißem Wasser übergossen. Der Behälter gab dem Getränk seinen Namen und so begann der Siegeszug des »Grünen Goldes«.

Schon im 16. Jahrhundert berichtete der spanische Konquistador und Gründer von Buenos Aires, Pedro de Mendoza, von einem Getränk der Inkas gegen Erschöpfung und Hitze. Als im nachfolgenden Jahrhundert die Jesuiten das heutige Paraguay besiedelten, kultivierten sie den Anbau der Mate–Pflanze. Bis zu ihrer Vertreibung im 18. Jahrhundert erarbeiteten sich die Jesuiten ein Monopol in der Produktion und dem Handel mit Mate.

Die Verbreitung von Mate hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt schon über das heutige Brasilien, Chile, Paraguay, Peru, Argentinien und Bolivien erstreckt. Ende des 18. Jahrhunderts erreichte Mate auch Portugal. Dort sprachen sich schnell die therapeutischen Eigenschaften der Pflanze herum.

Der französische Botaniker Auguste de Saint Hilaire ordnete die Mate–Pflanze während seiner Reisen durch Brasilien zwischen 1816 und 1822 systematisch ein. Im Jahre 1885 beschrieb der französische Mediziner Dr. Doublet, dass der Genuss von Mate die körperliche und geistige Aktivität steigere und für ein allgemeines Wohlbefinden sorge.

Der Verzehr von Mate hatte früher eine rituelle Bedeutung. Man trank ihn aus Kalebassen und es war eine hohe Ehre den Trank zuzubereiten. Zum Trinken nach traditioneller Art benutzt man neben der Kalebasse oder einem ihr ähnlichen Becher eine Bombilla. Dies ist ein strohhalmähnliches Röhrchen mit einem eingelassenen Sieb, wodurch man den Aufguss aus dem Gefäß saugt. Manchmal erfüllte das gemeinsame Trinken von Mate aus einem Gefäß die Funktion einer Friedenspfeife.

Mate–Tee wird als Heiß- oder Kaltgetränk genossen. Aufgegossen wird er mit nicht mehr kochendem, etwa 70°C bis 95°C Grad warmen Wasser. Die Temperatur variiert nach Regionen und Geschmack; im allgemeinen wird der gesüßte Mate mit sehr heißem Wasser im Landesinneren getrunken, der ungesüßte Mate mit mäßig heißem Wasser entlang der Küste.

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